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Verdachtsfälle von Blauzungenkrankheit an Veterinärämter melden!
2008-08-11 13:59:35
In den vergangenen Wochen wurde mehrfach über das Auftreten von Blauzungensymptomen bei Rindern und Schafen berichtet. Derzeit häufen sich solche Hinweise auch beim Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen. Nach wie vor ist die Blauzungenkrankheit eine anzeigepflichtige Seuche, deren Verdacht sowohl vom Tierarzt als auch vom Tierhalter beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden muss.

Nach der flächendeckenden Impfung gegen die Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen sollte es eigentlich keine klinischen Fälle von Blauzungenkrankheit mehr geben. Eine Rückfrage bei der Koordinationssstelle für die Bekämpfung von Tierseuchen beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat ergeben, dass bislang noch kein Fall von Blauzungenkrankheit nach erfolgter Impfung wirklich nachgewiesen werden konnte (Erregernachweise mit der sog. PCR-Methode). Das LANUV hält es jedoch für erforderlich ,dass dieses Phänomen abgeklärt wird, was gemeinsam mit der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erfolgen soll.

In den bisherigen Feldversuchen unter Leitung des FLI wurde bestätigt, dass die in Deutschland eingesetzten Impfstoffe wirksam vor klinischen Erscheinungen schützen. Naturgemäß kann man bei solchen Feldversuchen nur relativ wenige Tiere beobachten und untersuchen, die eigentliche Bewährungsprobe müssen die Impfstoffe jetzt im flächendeckenden Einsatz bestehen. Deshalb ist es wichtig, Verdachtsfällen nachzugehen, dass die Impfung keine ausreichend Wirkung gezeigt hat. Dafür kann es die verschiedensten Gründe geben, z.B. dass Tiere bei der Impfaktion übersehen worden sind oder dass die Tiere nicht genügend Impfstoff bekommen haben. Aber natürlich kann es auch sein, dass nicht alle Tiere auf die Impfung mit einem gleich guten Impfschutz reagieren. Dies ist jetzt zu überprüfen, um ggf. daraus Konsequenzen für die Zukunft ziehen zu können.

Mittlerweile werden Tiere, die an Blauzungenkrankheit verenden, nicht mehr entschädigt, es sei denn, sie werden auf Anordnung des Amtstierarztes zu diagnostischen Zwecken getötet. Dies sollte aber niemanden davon abhalten, den Verdacht auf Blauzungenkrankheit beim zuständigen Veterinäramt anzuzeigen, möglichst bevor das Tier verendet ist, da es bei noch lebenden Tieren einfacher ist, die notwendigen diagnostischen Maßnahmen einzuleiten.
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Fotonachweise und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legen nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land zwischen der Bundesautobahn A3 im Westen, der Bundesautobahn A4 im Norden und der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz im Südosten ortstreu geworden ist. Derselbe Wolf wurde auch im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund wird das Umweltministerium noch in dieser Woche erstmals ein “Wolfsverdachtsgebiet“ für die Region “Oberbergisches Land" ausweisen.


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