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Pressemitteilung der VDL: Bundesrat bekräftigt Forderung nach Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen
2019-10-14 09:00:23
Pressemitteilung, 12. Oktober 2019
Bundesrat bekräftigt Forderung nach Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen anlässlich Bundesratssitzung am 11. Oktober 2019
- VDL und BDZ begrüßen die Beharrlichkeit des Bundesrates und auf entsprechende Entscheidungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Als äußerst positiven und deutlichen Hinweis der Mehrheit der Bundesländer werten die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) sowie der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) den nach dem 28. Juni 2019 erneut am 11. Oktober 2019 vorgenommenen mehrheitlichen Beschluss des Bundesrates zur Einführung der Weidetierprämie für Schafe und Ziegen.
In der aktuellen Stellungnahme des Bundesrates zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetze fordert der Bundesrat erneut mehrheitlich die gekoppelte Stützung für Weidetierhaltung von Schafen und Ziegen. In der Begründung heißt es: Die Einführung einer gekoppelten Prämie für Mutterschafe und -ziegen sei geeignet, die Schaf- und Ziegenhaltung in Deutschland zu stärken. Hiermit würde Deutschland sich einreihen in die 22 Staaten der EU, die bereits jetzt gekoppelte Zahlungen für die Schaf- und Ziegenhaltung anbieten. Anderweitige
Förderverfahren, z.B. im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, hätten bisher den Trend des Bestandsabbaus nicht stoppen können. Die Regelung ziele dabei auf solche vom Betriebsinhaber angemeldeten, beihilfefähigen Tiere ab, die im überwiegenden Teil der jeweiligen
Weideperiode in Weidehaltung gehalten werden. Die Einführung einer Kopf-Prämie mit dem Zielwert von 30 Euro/Muttertier führe zu marginalen Kürzungen der Basisprämie, ist jedoch geeignet, die Einkommenssituation der Schäfer nachhaltig zu verbessern.

VDL und BDZ kritisieren seit Jahren, dass der Wechsel hin zur Entkopplung in der I. Säule zu katastrophalen Rückgängen in den Schaf- und Ziegenbeständen geführt hat. Trotz einer Unterversorgung bei Lammfleisch von mehr als 50% habe die Bundesregierung über Jahre zugesehen, wie dieser Selbstversorgung immer weiter sinkt, andere Länder Deutschland mit Lammfleisch beliefern und damit gleichzeitig die gesellschaftlichen Leistungen der heimischen Schaf- und Ziegenhalter beim Küstenschutz und Landschaftspflege weiter zurückgefahren werden.

Dieser Rückgang wird über die Agrarumweltprogramme der Länder in der II. Säule nicht aufgefangen, so VDL und BDZ, weil die Programme von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, immer wieder verändert oder wegen fehlender Mittel der Bundesländer nicht oder nur unzureichend umgesetzt werden. Es bedarf daher unbedingt einer verlässlichen tierbezogenen Förderung über die I. Säule, so VDL und BDZ, wie es 22 andere EU-Mitgliedsländer erfolgreich praktizieren, um diese einkommensschwache Branche mit wichtigen Leistungen bei der Biodiversität, dem Küsten-, Natur- und Umweltschutz zu stärken. Diese Förderung ist unabhängig von dem Herdenschutz erforderlich und daher zwingend erforderlich.

VDL
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Interaktive Karte mit Schlachthöfen für Schafe in Deutschland
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) führt eine online-Datenbank über Betriebe, die für die Schlachtung von Schafen und Ziegen zugelassen sind. Tippt man dort „SH“ für Schlachtbetrieb und "O" für Ovine (Schaf) bzw. "C" für Caprine (Ziege) in den Filter, erscheinen die Kontaktdaten der Schlachtbetriebe für Schafe bzw. Ziegen in Deutschland.

Die Daten zeigen, dass der Süden Deutschlands grundsätzlich besser versorgt ist als der Norden. In der Mitte Deutschlands ist das Süd-Nord-Gefälle nicht so ausgeprägt, da Sachsen relativ gut mit Schlachtbetrieben versorgt ist.

Ergänzend dazu gibt es auf Basis der BVL-Daten eine interaktive Karte, die die Schlachtbetriebe für Schafe in Deutschland zeigt. Aus den Daten geht allerdings nicht die Größe der Betriebe hervor, und auch nicht, ob und in welchem Umfang sie tatsächlich Schafe schlachten.



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