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Pressemitteilung des Schafzuchtverbandes am 27.06.2019
2019-06-27 15:27:48
Erneut gab es Übergriffe im Gebiet Schermbeck. In kurzem Abstand von drei Tagen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf zweimal in eine Herde eingedrungen. Die zwei Übergriffe hatten 8 tote und mehrere verletzte Schafe zur Folge. Die Herde war mit 1,06 m hohen Elektronetzen und 6600 Volt geschützt.

Wir haben vor zwei Monaten eine Antwort des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen auf unsere Forderung nach einer Lösung mit dem Problemwolf im Wolfsgebiet Schermbeck erhalten. In dieser wurde erklärt, dass die ansässige Wölfin aktuell keinen Schaden anrichte und der bisher überwundene Herdenschutz nicht ausreichend im Sinne einer Entnahme sei.
Wir fragen uns, ob das Verhalten der Wölfin auf Kosten der Weidetiere im Gebiet Schermbeck so gewünscht ist – auch in dem aktuellen Fall waren korrekte Zäune vorhanden, die im Nachhinein vermutlich wieder als unzureichend dargestellt werden, obwohl sie den aktuellen Empfehlungen entsprechen.

Das Wild ist wieder flüchtig, leicht zu erbeutende Rehkitze sind mobil, die Schafe und andere Weidetiere sind nach dem Winter wieder überall im Land draußen – und es geht weiter. Die Schafhaltung und –zucht ist stark geprägt von der Erhaltung seltener und gefährdeter Nutztierrassen in vielen kleineren Beständen. Die Gefährdung dieser wächst weiter, wenn die Situation nicht handhabbar wird. Die Probleme der Deichpflege in Zusammenhang mit dem Herdenschutz sind nach wie vor ungeklärt. Die Deichpflege geht alle etwas an!

Außer Ankündigungen ist bisher nichts zur Verbesserung der Situation der Weidetierhalter im Hinblick auf problematische Wölfe passiert. Beständiges Nicht-Handeln verschärft die Lage für alle Beteiligten.


Ortrun Humpert, Schafzuchtverband NRW
27.06.2019

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Aktuelles:

Neues Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Fotonachweise und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legen nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land zwischen der Bundesautobahn A3 im Westen, der Bundesautobahn A4 im Norden und der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz im Südosten ortstreu geworden ist. Derselbe Wolf wurde auch im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund wird das Umweltministerium noch in dieser Woche erstmals ein “Wolfsverdachtsgebiet“ für die Region “Oberbergisches Land" ausweisen.


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