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Ralf Bauer siegt beim Landes-Leistungshüten in NRW
2015-08-19 14:45:53
Es gibt Tage, da spürt man deutlich: Petrus war kein Schäfer, sondern Fischer. Nach dauerhaft trocken-heißem Wetter goss es in Strömen am Sonntag, 16.08.2015, beim NRW-Landesleistungshüten in Hemer-Klusenstein. Allen Unwetterwarnungen im Radio zum Trotz hatte man sich entschieden, das Hüten nicht noch am Morgen abzusagen.

Ein gut vorbereitetes, weit einsehbares Gelände und gängige Schafe, Parkplatz, Aussteller und Verköstigung – alles parat für eine große Zuschauerschaft. Im Akkord und unter Zusammenarbeit vieler verschiedener Gruppen in Schafzuchtverband und Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde auf Flächen und mit Schafen des Betriebes Reinhard und Maria Linsmann, Balve.

Und dann das, was oft Schäferalltag darstellt: Mistwetter eben. Also alle Aufgaben unter widrigen Umständen erfüllen. Auspferchen, Treiben zur Weide, enges Gehüt, Brücke, weites Gehüt, Verkehrshindernis, Einpferchen –
nicht idyllisch im Sonnenschein, sondern bei pausenlosem Regen und immer matschiger werdendem Untergrund. Irgendwann für die Hunde nicht mehr unterscheidbar, welches die gepflügte Furche, welches nur die Treckerspur war.

Trotzdem viele Kollegen und Zuschauer von nah und von ziemlich fern – etliche blieben, so lange, bis sie nur noch kalt und durchnässt waren - Durchhaltevermögen, das alle Anwesenden auszeichnete, Zwei- oder Vierbeiner. Ein ganz harter Kern hielt bis zur Siegerehrung durch. Gespendeter Kuchen und vor allem Waffeln oder Kaffee zum Fingerwärmen gingen gut, ebenso wie die leckeren Brötchen mit Fleisch oder Wurst. An Glühwein hatte im Vorfeld niemand gedacht.

Unter den aufmerksamen Blicken der Preisrichter Simone Müller und Christina Büttner-Golz bewältigen die Hüter mit ihren Hunden und 270 Schafen den Parcours, für die Zuschauer fachkundig kommentiert von Gisela Hibbeln.

Josef Uhlen aus Melle ging mit Asta und Max als erster an den Start und zeigte die beste Brückenüberquerung – er erreichte am Schluss den zweiten Platz mit 63,25 Punkten.

Als zweiter machte sich Tobias Kemper aus Lippstadt auf – mit Collin und Barry kam er ordentlich auf den dritten Platz (54 Punkte).

Sabine Hülser trat mit Tequila und Max als dritte an, musste aber ihren Durchgang abbrechen.

Als Vierter startete Ralf Bauer aus Marsberg mit Polly und Fix – und mit Kamerateam des WDR im Schlepptau

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Mit 75 Punkten errang er den Siegertitel und wird am 12./13.9. in Hüttenberg-Hörnsheim (Hessen) NRW beim Bundesleistungshüten vertreten.

Letzter Starter war Uwe Lorenz aus Büren mit Biene und Asta, der mit 52,25 Punkten den vierten Platz belegte – die Schafe zeigten kaum noch Bereitschaft, sich durch den Parcours zu bewegen.

Die Hüter waren nicht zufrieden mit den Ergebnissen und hätten bei anderen Witterungsverhältnissen sicher mehr Punkte erzielt – sie alle haben aber durchweg eine gute Darstellung ihres Handwerks geliefert, das eben nicht nur Schönwetterperioden bietet– dieses Hüten war eine echte Herausforderung! Gut gemeistert für die zentrale Botschaft - Landschaft braucht Schafe für ihre Vielfat – und Schäfer. Und Hütehunde. Bei jedem Wetter.


Ortrun Humpert, Marienmünster-Löwendorf

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Fotonachweise und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legen nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land zwischen der Bundesautobahn A3 im Westen, der Bundesautobahn A4 im Norden und der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz im Südosten ortstreu geworden ist. Derselbe Wolf wurde auch im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund wird das Umweltministerium noch in dieser Woche erstmals ein “Wolfsverdachtsgebiet“ für die Region “Oberbergisches Land" ausweisen.


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