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Vorsitzender des Schafzuchtverbandes NRW bittet Minister um Unterstützung
2010-02-08 09:35:44
Am 12. Februar 2010 soll der Bundesrat eine Änderung der Viehverkehrsverordnung beschließen, mit der die Vorgaben der EU u.a. zur obligatorischen Einführung der elektronischen Kennzeichnung und zur Erweiterung des Bestandsregisters um Teil C umgesetzt werden sollen. Burkhard Schmücker, der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW, hat sich aus diesem Grunde noch einmal an Minister Uhlenberg gewandt.

In seinem Schreiben bittet Schmücker Minister Uhlenberg zum wiederholten mal, diese kostspieligen und mit viel Verwaltungsaufwand verbundenen Vorschriften zu verhindern. Er schreibt:

"... In einem umfangreichen Feldversuch, finanziert von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, werden die elektronischen Kennzeichnungssysteme bis Ende 2010 erprobt. Es wurden bereits erhebliche Schwachstellen bei den Kennzeichnungssystemen, Lesegeräten etc. festgestellt, die nachgebessert werden müssen. Ein praktikables und für die Schaf- und Ziegenhalter finanzierbares System ist noch lange nicht gefunden. Zudem ist die zusätzliche Kostenbelastung und der damit verbundene Verwaltungsaufwand immens, ohne dass Vorteile im Sinne der Tierseuchenbekämpfung erzielt werden.

Wir bitten Sie daher dringend darum, dass dieses neue Kennzeichensystem und damit die umsetzende Viehverkehrsverordnung bis zur Klärung aller offenen Frage nicht umgesetzt wird. Der Bundesrat sollte nicht ein unausgereiftes System befördern. Eine Beschränkung der Beschlussfassung auf eine einfache Entschließung wie in den Empfehlungen der Ausschüsse unter Nr.10 aufgeführt, wonach der Bundesrat die Bundesregierung auffordert, sich auf EU-Ebene nachdrücklich dafür einzusetzen, dass die verpflichtende elektronische Kennzeichnung von Schafen und Ziegen in eine fakultative, freiwillige Nutzung überführt wird, reicht nicht aus. Die Bundesregierung hat schließlich seit der Agrarministerkonferenz in Eisleben im Oktober 2009 (mit gleichem Entschließungsinhalt) keinerlei Anstrengung unternommen, in Brüssel in dieser Angelegenheit vorstellig zu werden.

Wie in der Begründung zur Entschließung angeführt, enthalten aus gutem Grund die Vorgaben zur Kennzeichnung von Rindern und Schweinen keine verpflichtende elektronische Kennzeichnung, obwohl diese Tierarten in Deutschland deutlich intensiver gehandelt werden und damit deren Rückverfolgbarkeit im Tierseuchenfall eine besondere Bedeutung zukommt.

Dass nun gerade für eine Tierart, bei der der Handelswert der Einzeltiere sehr gering ist, zusätzlich teurere Kennzeichnungselemente verbindlich eingeführt werden, ist fachlich nicht nachvollziehbar. Wir bitten Sie daher eindringlich, sich dafür einzusetzen, dass die Anwendung dieser elektronischen Kennzeichnung und der zusätzliche bürokratische Aufwand ausgesetzt oder in eine freiwillige Anwendung abgeändert wird.

Ferner sollte beschlossen werden, dass diese zugrundeliegende EU-Verordnung in Brüssel aufgeschnürt und auf das fachlich notwendige Maß zur Seuchenbekämpfung zurückgeführt wird. Eine Beschlussfassung des Entwurfes der Viehverkehrsverordnung würde viele Schaf- und Ziegenhalter in Deutschland zur Aufgabe veranlassen...."

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Pressemitteilung: Schaftage NRW
Am 21. und 22. August kommen Schafzüchter aus ganz Deutschland zum diesjährigen Veranstaltungshöhepunkt des Schafzuchtverbandes Nordrhein-Westfalen zum Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse, Bad Sassendorf-Ostinghausen, um sich über Schafhaltung zu informieren, Zuchttiere zu kaufen und Erfahrungen auszutauschen. Diese Schaftage wenden sich nicht nur an das Fachpublikum, auch Besucher, die keine Schafe halten, sind herzlich willkommen. Verschiedene Wett-bewerbe und eine vielfältige Ausstellung runden die Veranstaltung ab. Der Eintritt ist frei.

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