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Kleine Tiere mit großer Wirkung: Festliegende Schafe auf der Weide
2009-02-10 18:49:17
Auf baumlosen und mit Netzen abgesteckten Weiden findet man derzeit gelegentlich Schafe, die im freien Gelände mit stark rudernden Beinen auf dem Rücken festliegend angetroffen werden. Bei Annäherung an die Tiere fällt auf, dass es sich um grundsätzlich hochtragende Schafe handelt. Erfahrene Schäfer kennen dieses Problem und sind bemüht, die Tiere aus dieser Zwangssituation schnell zu befreien.

Verharren Schafe längere Zeit in dieser unnatürlichen Position, kann es im geringsten Fall zu erheblichen Verletzungen am Kopf, insbesondere Anschwellungen im Augenbereich (sog. Hämatome) kommen, da die Tiere durch Kopfschlagen versuchen, sich aus dieser misslichen Situation zu befreien. Auch Aborte und Todesfälle infolge Kreislaufversagens werden beschrieben.

Ursächlich handelt es sich um einen meist durch Ektoparasiten (i. d. R. Haarlinge) provozierten Juckreiz im Rückenbereich, den die hochtragenden Tiere durch Wälzen in seichten Bodenwellen oder Fahrrinnen versuchen zu stillen. Die Trägheit des Fruchtwassers in der Gebärmutter verhindert ein rasches Drehen des Körpers um die Längsachse. Im Verdachtsfall sollten möglichst alle Tiere der Herde nach Erregernachweis mit einem Ektoparasitikum nach Maßgabe des Tierarztes - beispielsweise im Pour-on-Verfahren - behandelt werden.

Dr. Wilfried Adams, Tiergesundheitsdienste der Landwirtschaftskammer NRW
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Neues Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Fotonachweise und genetische Spuren an gerissenen Nutz- und Wildtieren legen nahe, dass ein Wolf im Oberbergischen Land zwischen der Bundesautobahn A3 im Westen, der Bundesautobahn A4 im Norden und der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz im Südosten ortstreu geworden ist. Derselbe Wolf wurde auch im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund wird das Umweltministerium noch in dieser Woche erstmals ein “Wolfsverdachtsgebiet“ für die Region “Oberbergisches Land" ausweisen.


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